Erlensee hat Geschichte

Wenn auch Erlensee historisch gesehen eine recht junge Kommune ist, so können die Vorgängergemeinden Langendiebach und Rückingen, die sich am 1. Januar 1970 zur Gemeinde Erlensee zusammengeschlossen haben und am 30.01.2012 die Stadtrechte erlangen konnte, auf eine bewegte und traditionsreiche Geschichte zurückblicken.

Beide Ortsteile werden erstmals um 1200 n. Chr. urkundlich erwähnt (Rückingen im Jahr 1173, Langendiebach im Jahr 1226). Bodenfunde belegen allerdings, dass schon vor dieser Zeit Menschen hier lebten. So gibt es einige Funde aus der Jungsteinzeit.

Während der Römerzeit (ca. 100 bis 260 n. Chr.) befand sich in Rückingen ein größeres Kastell für etwa 500 Soldaten (ein sogenanntes Kohorten-Kastell) und in Langendiebach ein Kleinkastell zur Grenzkontrolle am großen römischen Grenzwall, dem „Limes“, der durch unsere Stadt verlief.

Mit dem Römerbad in Rückingen verfügt Erlensee über eines der ältesten sichtbaren Relikte der Region.

Der Limes ist für Bewohner und Besucher heute durch Schautafeln und Markierungen erkenn- und erlebbar. Seit 2008 ist Erlensee Teil des Unesco Welterbes. Einer der individuell gestalteten Kreisel, die die Ortseingänge Erlensees markieren, trägt diesem Umstand eindrucksvoll Rechnung.

Aktuelle Funde bei Ausgrabungen legen Zeugnis davon ab, dass auf der Gemarkung der Stadt Erlensee Kelten siedelten.

Für das Mittelalter gibt es über die Besiedlung unserer Heimat wenig Nachweise, nur die Ortsnamen auf -„bach“ und -„ingen“ weisen eventuell auf eine fränkische Gründung hin.

An die Zeit des Mittelalters erinnern noch in Rückingen die "Wasserburg" der Herren von Rückingen sowie das „Schlösschen“. An ein damals ebenfalls vorhandenes „Schlösschen“ in Langendiebach, das eine Zweigstelle der Ysenburger war, erinnert nur noch ein Wappenstein. Weitere Informationen zur Geschichte Erlensees finden Sie auf der Homepage des Geschichtsvereins Erlensee (http://www.geschichtsverein-erlensee.de/) und auf der Homepage http://www.geschichte-erlensee.de/ des Vereins Rückinger Volk und Herren e.V.

Der Flugplatz, der die Geschichte und das Ortsbild Erlensees bis in die Gegenwart maßgeblich prägte, wurde 1939 als Fliegerhorst eingeweiht. Nach 1945 bis ins Jahr 2007 nutzten die amerikanischen Streitkräfte (Heeresflieger) dieses Gelände. Für unsere Stadt - wie auch für die Nachbarkommunen - bedeutete der Flugbetrieb viele Jahre eine starke Belastung. Doch gerade der positive Umgang mit den durch den Fluglärm verursachten Bürgerbeschwerden hat sich eine einzigartige und dauerhafte Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Amerikanern und Erlenseern entwickelt, die auch nach deren Abzug weiter besteht. Heute bedeutet die Entwicklung des Geländes des ehemaligen Fliegerhorstes eine einmalige Chance für unsere Stadt, sich signifikant weiter zu entwickeln.