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Vom militärischen Hubschrauberlandeplatz mit Blindgängern bis hin zur blauen Wand

[Erlensee, 10.05.17] Fußballzentrum entwickelt sich für den FC Erlensee und die Stadt zum „Vorzeigeprojekt“
Über 350 Kinder und Jugendliche können jetzt in Erlensee trainieren. 2 Kunstrasenspielfelder, ein Rasenplatz und eine Trainingsfläche bieten hervorragende Möglichkeiten für einen professionell geführten Fußballverein.
Am Anfang war diesmal nicht das Feuer, sondern der Druck auf die Protagonisten der Stadt, ein hoffnungslos veraltetes, marodes Fußballgelände samt Clubhaus irgendwie erneuern oder grundrenovieren zu müssen, egal wie.

„Manche Schiedsrichter haben es abgelehnt, sich in den baufälligen Schiedsrichterkabinen umzuziehen, so schlimm war die Situation“, beschreibt der 1. Vorsitzende des FC Erlensee, Tobias Gebhardt, die Lage im Jahr 2011. „Wir mussten viele Jugendmannschaften von Erlensee ins Ronneburger Sportzentrum transportieren. Das bedeutet ein Auto voller Jugendlicher, bis zu zehn Mannschaften, manchmal zweimal in der Woche. Ein erheblicher Aufwand und immer ein Unfallrisiko, dem Jugendliche und Fahrer ausgesetzt waren. Die abgenutzten Rasenplätze im alten Gelände konnten viele Monate gar nicht für den Trainingsbetrieb genutzt werden, was die Lage noch verschlimmerte.“.

Politischer  Handlungszwang ergab sich für die Parlamentarier auch, weil die Nachbarn des alten Geländes sehr wohl über die neuen Lärmschutzbestimmungen in einem Wohngebiet Bescheid wussten. Sie blieben zwar momentan ruhig, aber deuteten doch an, dass sie gewillt seien, den Spielbetrieb deutlich durch eine Gerichtsentscheidung einzuschränken, sollte hier keine Lösung gefunden werden; am besten eben eine komplette Auslagerung der „Lärmquelle“.

Zu diesem Zeitpunkt trafen mehrere Faktoren aufeinander, die die weitere Entwicklung entscheidend positiv beeinflussen sollten: Der Bürgermeister der Stadt Stefan Erb  und der 1. Vorsitzende des betroffenen Fußballvereins, Tobias Gebhardt, verstanden sich auf Anhieb prächtig.

Stefan Erb: „Ich konnte in keiner Phase der Erörterung eines Projektes „Auslagerung in den Fliegerhorst“ bei den Vereinsverantwortlichen irgendwelche fantastische Forderungen oder politisch nicht einlösbare Ansprüche erkennen!“ Eine wichtige Voraussetzung für die spätere  mutige Gesamtlösung!

Der Wert des Bodens: Dass das alte Sportgelände im Zentrum der Stadt lag, nährte die Idee der Parlamentarier, die sich immer auch um die finanzielle Machbarkeit eines Projektes Gedanken machen müssen, das Gelände als Baugebiet entsprechenden Investoren anzubieten. Das führte im Endergebnis dazu, dass dieses Projekt mit einem Gesamtvolumen von ca. 4,3 Millionen Euro mit den Erträgen des neuen Baugebietes „Neue Mitte II“ finanziert werden kann.

Ein weiteres Plus: Der auf dem alten Sportgelände vorhandene Hartplatz in Schulnähe bleibt erhalten und kann weiterhin für den Schulsport genutzt werden, da er nicht in das neue Baugebiet integriert wurde.
Da das Stadtoberhaupt auch Vorsitzender des Zweckverbandsgremiums ist, das den Fliegerhorst (als Gemeinschaftsprojekt von Erlensee und Bruchköbel) gekauft hatte und nun den Konversionsprozess managt, kannte er sich sehr genau im Fliegerhorst-Gelände aus: Das neue Fußballzentrum sollte möglichst nahe beim Stadtgebiet und von Blindgängern geräumt sein. Fündig wurde man sehr schnell. Eine etwa 5,2 ha große Fläche direkt links entlang der neuen Zufahrtsstraße und direkt an der L 3193 gelegen.

Ein weiterer glücklicher Umstand kam hinzu: Das Bauamt hatte gerade wegen immenser Arbeitsbelastung (Baugebiete, Fliegerhorst-Vermarktung und Schaffung einer komplett neuen Infrastruktur, Flüchtlingsunterkünfte und Bauen/Umbauen für (genügend) Hortplätze) eine neue Ingenieurin eingestellt. Ihr wurde sofort als erstes Großprojekt in ihrer Karriere bei der Stadtverwaltung Erlensee das neue Sportzentrum anvertraut. Die richtige Entscheidung! Die bei der offiziellen Eröffnung als die „Hauptverantwortliche für das gelungene Projekt“ gefeierte Ingenieurin Iris Mattis fügte sich nahtlos in das hervorragende Miteinander von Stadt und Verein ein. In unzähligen Meetings wurden die Vereinsbosse am Anfang im Detail über den Stand der Planung auf dem Laufenden gehalten und dann später auch über den Fortschritt im Baugeschehen bis hin zur Fertigstellung. Alles wurde im Sinne bester Kooperation von allen Beteiligten erledigt. Treffen mit den Vorständen auf der Baustelle sowie Führungen des Magistrates durch das neu entstehende Fußballzentrum waren an der Tagesordnung, gehörten wie selbstverständlich zum Aufgabenbereich der städtischen Projektleiterin, die dann auch bei der offiziellen Eröffnung in Form eines Blumenstraußes vom FC Erlensee und ehrlich gemeinter, anerkennender und lobender Worte vom Bürgermeister und dem 1. Vorsitzenden des Vereines gebührend gewürdigt wurde. Eine wohl verdiente Geste für die hervorragende Arbeit, die hier in jeder Phase geleistet wurde.

Iris Mattis: „An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die gute Zusammenarbeit bei allen Vereinsverantwortlichen, bei allen beteiligten Firmen und besonders bei meinen Kollegen im Bauamt bedanken, die mich alle hervorragend während dieser arbeitsintensiven Planungs- und Ausführungsmaßnahmen unterstützt haben. Diese Atmosphäre der konstruktiven Kooperation wurde nicht nur von den Protagonisten der Stadt sondern auch von den Vereinsverantwortlichen während des ganzen Erstellungsprozesses der Anlage beibehalten. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen!“.

Entstanden ist ein topmodernes Fußballzentrum mit zwei Kunstrasenplätzen (schon in Betrieb) und einem Rasenplatz (Premiere noch ungewiss), einem noch zu gestaltendem Trainingsplatz, einem prächtig gelegenen Clubhaus mit genügend Umkleidekabinen für Schiris und Mannschaften und viele Abstellplätze für die Autos der Besucher.

Dem Verein bringt dieses neue, professionelle Umfeld bisher sogar nicht vorhersehbare Vorteile: „Die Dienstbereitschaft unserer Mitglieder ist noch besser geworden, die sportlichen Leistungen unserer Mannschaften scheinen beflügelt vom neuen Umfeld. Der einladende Charakter dieses neuen Fußballzentrums mit tollem Clubhaus ist ein Magnet für Spieler, Mitglieder und Zuschauer. Bei Top-Spielen waren schon 600!! Fans anwesend, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Ein Sonderfall für die Kreisoberliga! Diese Anlage hat das Potential, auch diese Zuschauermenge zu beherbergen und zu einer echten Begegnungsstätte für die Erlenseer zu werden, an der man gerne verweilt!“.

Bürgermeister Stefan Erb zieht zufrieden sein Fazit: „Uns ist es in bester Kooperation gelungen, fast kostenneutral etwas völlig Neues zu schaffen, das für die ganze Region richtungsweisend ist. Besonders freut mich, dass die 350 Kinder und Jugendliche, die in zwanzig Jugendmannschaften vom FC Erlensee betreut werden, jetzt Top-Bedingungen für ihre sportliche Zukunft auch hier in Erlensee finden können. Diese Kinder sind die eigentlichen Gewinner und waren das wichtigste Argument, ein solches Projekt anzugehen!“.

Wie zur Bestätigung dieser Worte formierten sich alle aktiven Jugendliche und Senioren direkt nach diesen Worten bei der Eröffnungsfeier zu einem beeindruckenden Gruppenbild mit 400 Aktiven und Betreuern, genannt „Die blaue Wand“.

Da jetzt noch eine weitere Verbindung zum Fußballzentrum entlang des THW-Geländes an der L 3193 geschaffen wurde, wird der Zugang von Jugendlichen und Seniorensportlern ebenso wie von allen anderen, Zuschauern, Fußgängern und Radfahrern, deutlich erleichtert. So wird für zusätzliche Sicherheit gesorgt.  

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