Erlensee hat Geschichte

Wenn auch Erlensee historisch gesehen ein recht junger Ort ist, so können die Vorgängerstädte  Langendiebach und Rückingen, die sich am 1. Januar 1970 zur Stadt Erlensee zusammengeschlossen haben, doch auf eine recht traditionsreiche Geschichte zurückblicken.

Beide Ortsteile werden erstmals um 1200 n. Chr. urkundlich erwähnt (Rückingen 1173, Langendiebach 1226). Bodenfunde belegen allerdings, dass schon vor dieser Zeit Menschen hier lebten. So gibt es einige Funde aus der Jungsteinzeit.

Während der Römerzeit (ca. 100 bis 260 n. Chr.) befand sich in Rückingen ein größeres Kastell für etwa 500 Soldaten (ein sogenanntes Kohorten-Kastell) und in Langendiebach ein Kleinkastell zur Grenzkontrolle am großen römischen Grenzwall, dem „Limes“, der durch unsere Stadt verlief.

Mit dem Römerbad in Rückingen verfügt Erlensee über eines der ältesten sichtbaren Relikte der Region.

Der Limes ist für Bewohner und Besucher heute durch Schautafeln und Markierungen erkenn- und erlebbar. Seit 2008 ist Erlensee Teil des Unesco Welterbes. Einer der individuell gestalteten Kreisel, die die Ortseingänge Erlensees markieren, trägt diesem Umstand eindrucksvoll Rechnung.

Für das Mittelalter gibt es für die Besiedlung unserer Heimat wenig Zeugen, nur die Ortsnamen auf -„bach“ und -„ingen“ weisen eventuell auf eine fränkische Gründung hin.

An die Zeit des Mittelalters erinnern noch in Rückingen die "Wasserburg" der Herren von Rückingen sowie das „Schlösschen“. An ein damals ebenfalls vorhandenes „Schlösschen“ in Langendiebach, das eine Zweigstelle der Ysenburger war, erinnert nur noch ein Wappenstein. Weitere Informationen zur Geschichte Erlensees finden Sie auf der Homepage des Geschichtsvereins Erlensee (http://www.geschichtsverein-erlensee.de/) und auf der Homepage http://www.geschichte-erlensee.de/ des Vereins Rückinger Volk und Herren e.V.

Der Flugplatz, der die Geschichte und das Ortsbild Erlensees bis in die Gegenwart maßgeblich prägte, wurde 1939 als Fliegerhorst eingeweiht. Nach 1945 bis ins Jahr 2007 nutzten die amerikanischen Streitkräfte (Heeresflieger) dieses Gelände. Für unsere Stadt - wie auch für die Nachbarkommunen - bedeutete der Flugbetrieb viele Jahre eine starke Belastung. Doch gerade der positive Umgang mit den durch den Fluglärm verursachten Bürgerbeschwerden hat sich eine einzigartige und dauerhafte Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Amerikanern und Erlenseern entwickelt, die auch nach deren Abzug weiter besteht. Heute bedeutet die Entwicklung des Geländes des ehemaligen Fliegerhorstes eine einmalige Chance für unsere Stadt, sich signifikant weiter zu entwickeln.