Der Obergermanisch-Raetische Limes: Welterbe der UNESCO

Die ersten öffentlichen Erwähnungen der beiden Ortsteile Erlensees liegen über 800 Jahre zurück. Und doch lassen sich Erlensees Ursprünge als Siedlungsort noch viel weiter zurückverfolgen – bis in die Römerzeit.

Mit dem Römerbad in Rückingen, sichtbarem Relikt eines einstmals großen Kastells, verfügt Erlensee über eines der ältesten Artefakte der Region. Der Limes verläuft quer durch den Ort und ist für Bewohner und Besucher durch Schautafeln und Markierungen erkenn- und erlebbar.

Seit 2008 ist Erlensee Teil des Unesco Welterbes.

Einer der individuell gestalteten Kreisel, die die Ortseingänge Erlensees markieren, trägt diesem Umstand eindrucksvoll Rechnung.

Vom Ende des 1. Jh. n. Chr. bis zur Mitte des 3. Jh. n. Chr. bildete der Obergermanisch-Raetische Limes in Obergermanien und Raetien die äußere Grenze zu den im Norden lebenden Germanen. Ende des 1. Jh. n. Chr. wurde zunächst ein Postenweg (limes, lat.: Schneise, Weg) mit hölzernen Wachttürmen angelegt. Um 120 n. Chr. bauten die römischen Soldaten den Limes in Obergermanien mit einer Palisade aus, die zumeist aus halbierten Eichenstämmen bestand.

Unbegrenzt haltbar waren die hölzernen Türme nicht, und so errichtete man um die Mitte des 2. Jh. n. Chr. neben den Holztürmen steinerne Wachttürme. Das Gleiche galt für die Limespalisade, die spätestens um 170 n. Chr. durch einen Graben und Wall ersetzt wurde.

Der Limes war keine undurchdringliche Verteidigungslinie. Er diente zur Abwehr kleinerer Einfälle und lenkte den Personen- und Warenverkehr aus und in das Römische Reich zur Kontrolle und Zollerhebung auf bestimmte, von Soldaten überwachte Durchgänge. In der Nähe des Limes befanden sich Militärlager (Kastelle), deren Besatzungen die Grenze überwachten. In den Siedlungen unmittelbar vor den Kastellen lebten Händler und Handwerker, aber auch die Familien der Soldaten.

Mit 550 km Länge, 900 Wachttürmen und ca. 120 Kastellen ist der Obergermanisch-Raetische Limes das größte, streckenweise noch gut sichtbare Bodendenkmal in Europa und seit 2005 Welterbe der UNESCO.
Downloadszum Download einer Datei auf das Disketten-Symbol klicken.
Limes PowerPoint Präsentation
13.1 MB
Limes.ppt
Welterbe der UNESCO
1.8 MB
Welterbe-der-UNESCO.pdf
Limesinfotafeln Kastell Rueckingen
2.6 MB
Limesinfotafeln_Kastell-Rueckingen.pdf
Informationen zum Limes als PDF zum Download
1.4 MB
der_limes.pdf